Über die Windstille
Beim Segeln gibt es kaum etwas, das so herausfordernd ist wie die Windstille. Nichts bewegt sich. Kein Sturm, kein Drama — nur eine stille, scheinbar endlose Ruhe.
Wir sind es gewohnt, Stillstand als Problem zu betrachten. Als etwas, das überwunden werden muss. Doch was, wenn diese Windstille nicht das Problem ist, sondern Teil der Bewegung?
In meiner therapeutischen Arbeit begegne ich immer wieder Menschen, die sich verändern möchten und doch nicht wissen wie. Die spüren, dass etwas anders werden muss — und zugleich in einer Art innerem Stillstand ankommen.
Vielleicht ist genau das manchmal der entscheidende Moment: nicht zu handeln, sondern zu bleiben. Zu warten, zu spüren, sich auszurichten.
Und darauf zu vertrauen, dass der Wind zurückkehrt. Nicht weil wir ihn machen — sondern weil er kommt. Immer wieder.